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Wissen

Worauf wir stehen.

Die Schulen und Kitas im VEBS sind selbstständig. Gemeinsam ist ihnen die Bibel als Grundlage – für das Miteinander, die Pädagogik und die Inhalte des Unterrichts. Dazu bekennen sich alle zu zwei Texten: dem Apostolischen Glaubensbekenntnis und der Gemeinsamen Basis des Glaubens der Evangelischen Allianz.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische (evangelisch: christliche) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis gehört zu den ältesten Bekenntnissen der Christenheit. Bis heute sprechen es Christinnen und Christen in vielen Kirchen im Gottesdienst – über alle Konfessionen hinweg.

„Katholisch“ bedeutet hier „allgemein“: Gemeint ist die weltweite Kirche. In evangelischen Kirchen heißt es meist „die heilige christliche Kirche“.

Übersetzung der Arbeitsgemeinschaft für liturgische Texte der Kirchen des deutschen Sprachgebietes (ALT), 1970.

Die Gemeinsame Basis des Glaubens der Evangelischen Allianz

Die Evangelische Allianz in Deutschland ist ein Netzwerk von Christinnen und Christen aus Landes- und Freikirchen. Der VEBS ist eines ihrer Werke. Ihre Glaubensbasis teilen alle Schulen und Kitas im VEBS:

  1. Wir glauben an den dreieinen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er hat die Welt erschaffen, er liebt sie und erhält sie. Darin zeigt er seine Souveränität und Gnade.
  2. Der Mensch besitzt als Ebenbild Gottes eine unverwechselbare Würde. Er ist als Mann und Frau geschaffen. Er ist durch Sünde und Schuld von Gott getrennt.
  3. Jesus Christus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, ist stellvertretend für alle Menschen gestorben. Sein Opfertod allein ist die Grundlage für die Vergebung von Schuld, für die Befreiung von der Macht der Sünde und für den Freispruch in Gottes Gericht.
  4. Jesus Christus, durch Gott von den Toten auferweckt, ist der einzige Weg zu Gott. Der Mensch wird allein durch den Glauben an ihn durch Gottes Gnade gerecht gesprochen.
  5. Durch den Heiligen Geist erkennen Menschen Gott. Der Heilige Geist schafft durch die Wiedergeburt neues Leben und befähigt die Gläubigen, nach Gottes Willen zu leben. Er schenkt ihnen Gaben zum Dienen.
  6. Jesus Christus baut seine weltweite Gemeinde. Er beruft und befähigt die Gläubigen, das Evangelium zu verkündigen und liebevoll und gerecht zu handeln.
  7. Jesus Christus wird für alle sichtbar in Macht und Herrlichkeit wiederkommen, die Lebenden und die Toten richten und das Reich Gottes vollenden. Er wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen.
  8. Die Bibel, bestehend aus den Schriften des Alten und Neuen Testaments, ist Offenbarung des dreieinen Gottes. Sie ist von Gottes Geist eingegeben, zuverlässig und höchste Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung.

Glaubensbasis der Evangelischen Allianz vom 2. September 1846, überarbeitet 2018. Wortlaut wie bei der Deutschen Evangelischen Allianz, abgerufen im September 2026: ead.de/basis-des-glaubens

Warum gerade diese beiden Texte? 1992 hat das Bundesverwaltungsgericht eine Schule, die sich auf die Bibel, das Apostolische Glaubensbekenntnis und die Grundsatzerklärung der Evangelischen Allianz stützte, als Bekenntnisschule im Sinne des Grundgesetzes anerkannt. Seitdem bekennen sich die neu gegründeten evangelischen Bekenntnisschulen zu dieser Grundlage. Einige ältere Schulen haben eigene, etwas anders formulierte Bekenntnisgrundlagen. Zum Urteil

Profil und Ziele einer evangelischen Bekenntnisschule

Was sie ausmacht

  • Lehrkräfte, die bewusst als Christinnen und Christen leben und durch ihre eigene Jesusnachfolge überzeugen.
  • Die Bildungsziele des Bundeslandes werden erreicht.
  • Unterrichtet wird nach einem eigenen Lehrplan oder nach dem Lehrplan des Landes – durchdrungen vom evangelischen Bekenntnis.
  • Die Inhalte des Unterrichts orientieren sich am Deutungsrahmen der Bibel.

Was Kinder und Jugendliche mitnehmen

  • Sinn und Orientierung – und die Fähigkeit, sich selbstständig mit anderen Deutungen der Welt auseinanderzusetzen.
  • Eine starke Persönlichkeit: durch eine Pädagogik nach dem biblischen Menschenbild, mit Anerkennung und Geborgenheit ebenso wie mit Grenzen und Anforderungen. Daraus wachsen Motivation, Leistungsbereitschaft und Selbstverantwortung.
  • Das Evangelium von Jesus Christus – als Orientierung fürs Leben und als rettende Kraft.

Eine kurze Geschichte christlicher Schulen

Christliche Schulen sind keine neue Idee. Wo Menschen das Evangelium neu entdeckt haben, wuchs fast immer auch der Wunsch, Kinder im Glauben zu bilden.

  • In der Bibel. Schon im Alten Testament ist Bildung ein Auftrag an die Eltern: Gottes Worte sollen die Kinder durch den ganzen Alltag begleiten – zu Hause, unterwegs, am Abend und am Morgen (5. Mose 6,4–9). Im Neuen Testament ruft Paulus die Väter auf, ihre Kinder im Sinne des Herrn zu erziehen (Epheser 6,4).
  • Im Mittelalter. In Europa entstand die Schule aus dem Unterricht der Kirche. Lange war Bildung vor allem Kindern aus wohlhabenden Familien vorbehalten. Es waren oft christliche Pädagogen, die sich dafür einsetzten, dass sie allen offensteht.
  • Martin Luther nannte in seiner Schrift „An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“ (1524) die Gründung christlicher Schulen eine vorrangige Aufgabe für Eltern, Kirche und Obrigkeit.
  • Johann Amos Comenius, Bischof der Böhmischen Brüder, schrieb im 17. Jahrhundert mit dem „Orbis pictus“ ein bebildertes Schulbuch, das über 250 Jahre lang genutzt wurde, und mit der „Großen Didaktik“ eines der ersten Lehrbücher der modernen Pädagogik. Sein Anliegen: die Welt aus der Sicht Gottes begreifbar machen. Nach ihm ist das Comenius-Zertifikat unserer Akademie benannt.
  • August Hermann Francke gründete um 1700 in Halle an der Saale Schulen, die auch Kinder armer Familien und Mädchen besuchen konnten. Er brachte die Realien und Werkstätten in den Unterricht – Bildung war für ihn Zurüstung fürs Leben. Viele sehen in ihm den Vater der Bekenntnisschulbewegung. Nach ihm sollte auch die Hamburger Schule heißen, um die es im Grundsatzurteil von 1992 ging.
  • Friedrich Spittler und Heinrich Zeller gründeten 1820 im badischen Schloss Beuggen ein Lehrerseminar zusammen mit einer christlichen Schule. Es reiche nicht, Missionare in ferne Länder zu senden, war ihre Überzeugung – die Not im eigenen Land sei groß genug.
  • Im 19. Jahrhundert förderte Johann Hinrich Wichern, Gründer des Rauhen Hauses in Hamburg, christliche Schulen. Im Bergischen Land setzte sich der Schulleiter Friedrich Wilhelm Dörpfeld für eine christliche Pädagogik ein. In den Niederlanden gründete Abraham Kuyper, Gründer der Freien Universität Amsterdam, die Bewegung „Schulen mit der Bibel“ – bis heute finanziert der niederländische Staat freie und staatliche Schulen gleich.
  • Seit 1973 gründen Eltern und Gemeinden in Deutschland wieder freie evangelische Bekenntnisschulen, später auch Kitas. 1992 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht ihr Recht dazu. 2006 wurde der VEBS gegründet. Heute gehören über 100 Träger mit fast 250 Schulen und Kitas dazu.

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