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Wissen

Mit Christus in der Mitte bilden.

In unseren Schulen und Kitas prägt der Glaube nicht nur Andacht, Feste und Miteinander, sondern auch das, was Kinder lernen. Wie das im Unterricht gehen kann, zeigt unser Buch „Wirklichkeit entfalten“. Hier findest du die Grundgedanken in Kürze.

Warum Christus die Mitte ist

Für uns Christen ist Jesus Christus der Schlüssel zu allem. Er ist das Wort Gottes, das Mensch wurde (Johannes 1,1–14), und von ihm spricht die ganze Schrift (Johannes 5,39). In seinem Licht sehen wir die Dinge, wie sie wirklich sind.

Diese Christus-Mitte macht unsere Schulen und Kitas aus. Sie unterscheidet sie von Einrichtungen, die sich darauf beschränken, „christliche Werte“ zu vermitteln. Denn Werte tragen nur, wenn sie im Wort Jesu und in der Schrift verankert bleiben.

Deshalb soll das Bekenntnis – Jesus Christus ist der Herr, durch ihn gelingt Gottes Plan für Mensch und Schöpfung – auch in den Inhalten sichtbar werden: im pädagogischen Alltag der Kita ebenso wie im Alltag und besonders im Unterricht der Schule. Als roter Faden, der sich durch die Konzeption der Kita und die Lehrpläne der Schule zieht.

„Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.“

Kolosser 2,6–7 (Lutherbibel 2017)

Mehr als eine Präambel

Das ist nicht nur ein geistliches Anliegen. Das Bundesverwaltungsgericht hat 1992 festgehalten: Eine Schule ist von einer Weltanschauung geprägt, wenn diese für Erziehung und Unterricht in den verschiedenen Fächern „nicht nur methodisch, sondern auch inhaltlich … grundlegend ist“. Für Bekenntnisschulen gilt das entsprechend.

Das Bundesverwaltungsgericht (2019) und der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (2022) haben das in den wesentlichen Punkten bestätigt.

Es genügt also nicht, dass eine Schule bei der Genehmigung ein Bekenntnis vorlegt – etwa als kurze Präambel auf der Homepage. Das Bekenntnis muss im Alltag des Lehrens und Lernens leitend und erkennbar sein.

Die Urteile im Wortlaut

Warum das nicht von selbst geschieht

  • Die Ausbildung ist säkular. An den Universitäten lernen angehende Lehrkräfte nicht, was aus dem biblischen Weltbild für ihr Fach folgt. Wo sie biblische Bezüge einbringen, geschieht das meist einzeln und unsystematisch.
  • Die Schulbücher auch. Die zugelassenen Lehrwerke vermitteln in aller Regel das naturalistische Weltbild als „wissenschaftlich“, ohne diese Vorentscheidung offenzulegen. Lehrmittel mit einer christlich-biblischen Sicht gibt es bisher nur wenige.
  • Werte ersetzen keine Durchdringung. Andachten, biblische Feste, persönliche Zeugnisse, Streitschlichtung und Seelsorge sind wichtig. Den Fachunterricht vom Wort Gottes her zu durchdenken, ersetzen sie nicht.
  • Die Zeit ist knapp. Und selbst wer Zeit hat: Biblische Aussagen bis in die Verästelungen des Lehrstoffs herunterzubrechen, braucht einen Überblick über das biblische Weltbild und Übung. Da fühlt man sich schnell allein gelassen.

Die vier Grundebenen von Wirklichkeit

Ein Kreuz mit den vier Grundebenen: oben Schöpfung, links Heilsplan, rechts Ewigkeit, unten Sündenfall Schöpfung Heilsplan Ewigkeit Sündenfall
Die Grundebenen hat Berthold Meier, früherer Generalsekretär des VEBS, in den Verband eingebracht.

Einen Weg dahin bieten die vier Grundebenen von Wirklichkeit: Schöpfung, Sündenfall, Heilsplan und Ewigkeit. Sie sind die Eckpfosten des biblischen Weltbildes. Den Begriff gibt es in der Bibel nicht, die Sache aber zieht sich durch die ganze Schrift. Sie findet sich im Apostolischen Glaubensbekenntnis ebenso wie in der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz.

Das Besondere: Der Ansatz geht nicht zuerst vom Menschen aus, sondern bewusst vom Wort Gottes. In der Mitte steht das Kreuz. Die Heilstat Christi ist der Kern jeder Sicht auf die Wirklichkeit, die von der Bibel her begründet ist.

Schöpfung

Gott der Schöpfer · Geschöpfe und der Mensch · Genialität und Staunen

Gott ist der Schöpfer aller Dinge. Seine Schöpfung war im Ursprung „sehr gut“ (1. Mose 1,31). Der Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen und trägt Verantwortung im Hier und Jetzt. Wer genau hinsieht, kommt ins Staunen über die Genialität der Schöpfung.

Fragen: Woher kommen wir, wie ist die Welt, wozu sind wir da? Wer ist Gott? Welche Stellung hat der Mensch?

Sündenfall

Gott der Richter · Der Mensch als Sünder · Entfremdung und Seufzen

Durch den frei gewählten Ungehorsam gegenüber Gottes Gebot kam es zum Bruch: zur Trennung von Gott. Die Folgen für Mensch und Schöpfung reichen bis heute – Tod, Leid und eine gestörte Beziehung zu Gott.

Fragen: Woher kommt das Leid? Was bewirkt die Entfremdung? Welche idealen Vorstellungen vom Menschen und von der Gesellschaft werden nie Wirklichkeit?

Heilsplan

Gott der Retter · Der Mensch als Geretteter · Heilwerden und Hoffen

Gott handelt in der Geschichte, um die Gemeinschaft mit dem Menschen wiederherzustellen – von den Bünden mit Noah, Abraham und Israel bis zu Jesus Christus. Er nimmt am Kreuz die Sünden aller Menschen auf sich. Wer ihn als Erlöser annimmt, wird gerettet. An diese Frage – „Wie hältst du es mit Jesus?“ – sollen Kinder und Jugendliche altersgerecht herangeführt werden.

Fragen: Was will Gott im großen Ganzen? Welche Rolle spielen Völker und Nationen – und jeder einzelne Mensch?

Ewigkeit

Christus der Bräutigam · Die Gemeinde als Braut · Vollendung und Schauen

Ziel der Rettung ist die Gemeinschaft mit Gott in Ewigkeit. Sie beginnt schon jetzt. Der Weg dorthin ist geprägt von der Mission, die Menschen in die Heilstat Christi hineinnimmt, und von einer zunehmenden Polarisierung bis zur Wiederkunft Jesu.

Fragen: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was hat bleibenden Wert? Was bedeutet unsere Identität in Christus?

Vom Grundsatz zur Unterrichtsstunde

Von den Grundebenen aus lässt sich der Stoff Schritt für Schritt herunterbrechen – bis in die einzelne Stunde. So wird ein roter Faden durch den schulinternen Lehrplan sichtbar.

  1. GrundebeneSchöpfung, Sündenfall, Heilsplan oder Ewigkeit.
  2. Biblische GrundaussagenDie Hauptthemen der Ebene, von der Schrift her belegt und zunächst als Fragen formuliert.
  3. Folgerungen und ThemenfelderWenn die Bibel dies sagt – was folgt daraus für die Wirklichkeit, um die es im Fach geht?
  4. Bausteine und UnterrichtseinheitenFür den schulinternen Lehrplan und die konkrete Stunde, dort, wo es sinnvoll ist.

KREUZ hilft dir beim Planen

KREUZ steht für „KI-Ressourcen einsetzen, um Unterricht zu zentrieren“ – und das Zentrum ist Jesus Christus. Die KI-Anwendung des VEBS arbeitet mit Grundlagentexten und vorbereiteten Anweisungen, die den Schwerpunkt auf biblische Integration im Fach legen. Die Unterrichtsideen, die sie vorschlägt, greifen auf die vier Grundebenen zurück. Reflektiert genutzt, kommst du so mit wenig Aufwand zu Ideen, die zu eurem Bekenntnis passen und im Unterricht tragen.

Zu KREUZ

Das Buch „Wirklichkeit entfalten“

„Wirklichkeit entfalten“ ist eine Praxishilfe der VEBS-Akademie für Lehrkräfte an Bekenntnisschulen – für dich, wenn du neu bist und dich fragst, was das Christliche in deinem Unterricht sein soll, und für dich, wenn du schon lange dabei bist und neue Ideen suchst.

Geschrieben hat es Dr. Axel Schwaiger, das Vorwort stammt von Christian Baldauf, dem Leiter der VEBS-Akademie. Zu den Grundebenen findest du darin Themenfelder und Beispiel-Anweisungen für KREUZ, dazu zentrale Bibelstellen und Leittexte zu den Schulfächern, Zitate und Literatur.

Was das Buch will

  • biblische Integration systematisch von Gottes Wort her denken
  • Unterrichtseinheiten, wo sinnvoll, von den Grundebenen her durchdringen
  • die Bibel als Ausgangspunkt für fachliches Lernen sehen – nicht nur als Ergänzung

Was es nicht ist

  • keine umfassende Dogmatik
  • kein christlicher Lehrplan, aber eine Orientierungshilfe
  • keine Sammlung von Unterrichtsfolien

Du willst tiefer einsteigen?

Die VEBS-Akademie unterstützt Schulen auch dabei, eigene bekenntnisbezogene Lehrpläne zu entwickeln.

Akademieleitung@VEBS.de

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