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Schulgründung

Vorschläge für das Vorgehen bei der Gründung einer christlichen Schule in freier Trägerschaft

  1. Formierung einer Kleingruppe von Personen, die das Anliegen des Baus christlicher Schulen auf dem Herzen tragen.
  2. Vorläufige Benennung der Führungsperson/en entsprechend biblischer und fachlicher Qualifikation
  3. Geistliche Identitätsfindung: Besprechung und Fixierung der geistlichen Grundlagen und Ziele auf der Grundlage der Heiligen Schrift (Christwerden und –sein, Bibelhaltung, gesellschaftliche und gemeindliche Herausforderungen, notwendige geistliche Gewichtsetzung, Beweggründe, Vorstellungen über das Endprodukt Schule usw.)
  4. Gebetsphase mit dem Ziel, Bestätigung von Gott zu erhalten, ob ER den Auftrag zum Bau einer christlichen Schule vor Ort erteilt und ob ER für das Nötige sorgen wird (vgl. Ps 127,1-2). Fortsetzung während der gesamten weiteren Arbeit
  5. Kennenlernen des Projekts Christliche Schule in Theorie (Lektüre verschiedener Schulkonzeptionen, Satzungen, Literatur, Besuch von Tagungen) und Praxis (Besuch von 4-5 unterschiedlichen christlichen Schulen)
  6. Erste pädagogische Profilbildung (pädagogische, geistliche, strukturelle Ziele und Merkmale, Erwartungen an die Mitarbeiter auf den verschiedenen Ebenen von Trägerschaft, Schulleitung, Lehrerschaft usw.) unter Orientierung an Gottes Wort
  7. Niederschrift der bisherigen geistlichen und pädagogischen Übereinstimmungen als erste Version eines Konzeptes
  8. Sehr begrenzte Öffentlichkeitsarbeit zur Findung weiterer Mitarbeiter (Vorstellung in ausgewählten Gemeinden und Kreisen) unter der Voraussetzung der Identifikation mit den bestehenden Grundsätzen (auf keinen Fall zu diesem Zeitpunkt Einladung von Honoratioren oder Presse, keine Inserate)
  9. Entwurf der Führungsstruktur, Erstellung einer Vereinssatzung, Gründung eines Trägervereins, Beantragung der Gemeinnützigkeit, Eintragung beim Amtsgericht
  10. Nochmalige Überprüfung der Zielsetzung
  11. Erstellung einer ersten Projektplanung (noch nicht Umsetzung) für die Bereiche (wer, was, wann)
    - Tragfähiger Gebetsdienst
    - Pädagogische und geistliche Konzeption
    - Öffentlichkeitsarbeit (geistliche, ideelle, strukturelle und finanzielle Unterstützer; später Schülerwerbung)
    - Information, Abstimmung und Kommunikation mit Behörden, Schulen, Kirchen, Gremien, Gruppen, Schlüsselpersonen
    - Weitere rechtliche Fragen
    - Finanzbeschaffung
    - Gebäude- und Baufrage
    - Mobiliarbeschaffung
    - Strukturfragen (Gremien-, Besprechungs- und Tagungsplanung, weitere Regelung von Führung und Kompetenzen)
    - Personalfindung, Bewerbungsverfahren
    - Schülerwerbung, Aufnahmeverfahren m. Stützende Dienste (Verwaltung, Schülertransport, Reinigung usw.)
  12. Anschließend Benennung von Verantwortlichen, Bildung von Arbeitsgruppen und erst dann sorgfältige praktische Umsetzung der Projektplanung (ca. 1-2 Jahre)
  13. Weitere Überprüfung und Anpassung der Ziele und Wege
  14. Erstellen des Genehmigungsantrages nach Vorhandensein aller Voraussetzungen (enthält Beschreibung der Trägerschaft, der Bekenntnisgrundlage, der pädagogischen Ziele und Mittel, Lehrer, Schüler, Räume, Finanzen, Aufnahmebedingungen usw.)

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Voraussetzungen für die Genehmigung einer christlichen Schule in freier Trägerschaft als Ersatzschule*

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Artikel 7

(1) Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.
(2) Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen.
(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen, mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen, ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.
(4) Das Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet. Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen und eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.
(5) Eine private Volksschule ist nur zuzulassen, wenn die Unterrichtsverwaltung ein besonderes pädagogisches Interesse anerkennt oder, auf Antrag von Erziehungsberechtigten, wenn sie als Gemeinschaftsschule, als Bekenntnis- oder Weltanschauungsschule errichtet werden soll und eine öffentliche Volksschule dieser Art in der Gemeinde nicht besteht.

Daraus sich ergebende Voraussetzungen

  • Die Gewährleistung zur Errichtung privater Schulen gilt für Ersatzschulen, nicht generell für alle Schularten. Ersatzschulen bieten im Gegensatz zu den Ergänzungsschulen die Möglichkeit zur Absolvierung der Schulpflicht. Staatliche anerkannte Ersatzschulen nehmen hoheitliche Aufgaben wahr wie Abnahme von Prüfungen und Ausstellen von Zeugnissen.
  • Die Ersatzschulen dürfen nicht hinter öffentlichen Schulen zurückstehen in …
    - den „Lehrzielen“
    (entweder Übernahme des Bildungsplanes der öffentlichen Schulen oder Einreichung eines gleichwertigen eigenen, detaillierten und begründeten Lehrplanes)
    - der „Einrichtung“
    In erster Linie geht es dabei um Schulgebäude und ihre Einrichtung und die Lehr- und Anschauungsmittel. Der Begriff der Einrichtung beschränkt sich nicht nur auf das Materielle. Man rechnet auch z.B. die Organisation dazu, etwa eine ausreichende Elternmitwirkung.)
    - der „wissenschaftlichen Ausbildung der Lehrkräfte“
    (1. und 2. Staatsexamen oder vergleichbare Ausbildung, d.h. Hochschulausbildung, die zur Erteilung eines Unterrichtsfaches befähigt und Nachweis der pädagogischen Qualifikation durch so genannte „freie Leistungen; letzteres wird in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt und gilt in der Regel auch nur für die Sekundarstufen“)
  • Keine Förderung der Sonderung von Schülern nach den Besitzverhältnissen der Eltern
    (nur maßvolles Schulgeld möglich, evtl. mit sozialer Staffelung)
  • Genügende „Sicherung der wirtschaftlichen und rechtlichen Stellung der Lehrkräfte“
    (Arbeitsverträge, Vergütung entweder gleich wie Lehrer an öffentlichen Schulen, z.B. in NRW u. RP, oder nur geringfügig darunter, max. 10-20%)

Die folgenden beiden Punkte gelten nicht für alle Ersatzschulen. Sie sind eine Einschränkung der Errichtungsgarantie für Volksschulen, heute also vor allem für Grund- und Hauptschulen. Nur für sie gelten zusätzlich zu Art 7 IV:

  • Beantragung durch „Erziehungsberechtigte“
    (Bedürfnisnachweis, Beteiligung von Eltern an der Gründungsarbeit, z.B. durch Vereinsmitgliedschaft)
  • Errichtung als „Bekenntnisschule“
    (Erstellung der Konzeption auf einem Glaubensbekenntnis - seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes müssen auch nichtkirchliche Bekenntnisse akzeptiert werden. Das Bekenntnis muss von den am Schulgeschehen Beteiligten, Träger, Eltern, Lehrer und eingeschränkt Schülern geteilt werden, Ausnahmen sind nur in geringem Maße möglich. Eine „Bekenntnisschule“ kann also nicht als missionarische Schule konzipiert werden.)
  • Keine bereits bestehende öffentliche Bekenntnisschule in derselben Gemeinde
    (Wenn bereits eine von der öffentlichen Hand betriebene Bekenntnisschule mit demselben oder ähnlichen Bekenntnis in einer Kommune besteht, darf keine weitere genehmigt werden. In manchen Großstädten findet das Gesetz jedoch nur auf die Schulbezirke Anwendung. Es ist anzunehmen, dass die von der öffentlichen Hand unterhaltenen Bekenntnisschulen am Ort ein evangelisch-landeskirchliches Bekenntnis haben – unabhängig davon, wie dies gestaltet wird. In dem Fall ist es wichtig, dass die eigene Konzeption davon abweicht, wenn sich Chancen zur Genehmigung ergeben sollen. Andernfalls muss der Standort der Schule in einer Kommune oder einem Bezirk in der Nachbarschaft geplant werden.)

* Hinweis:
An „Ersatzschulen“ können Schüler die gesetzliche Schulpflicht absolvieren. Sie sind genehmigungspflichtig und unterstehen der Aufsicht des Staates. Andere Schulen sind „Ergänzungsschulen“ und nicht genehmigungspflichtig (z.B. Musik- oder Religionsschulen).

Die „Anerkennung“ als Ersatzschule unterscheidet sich von der „Genehmigung“. Mit der Anerkennung – die separat beantragt werden muss – hängt die Übertragung so genannter hoheitlicher Aufgaben zusammen, z.B. selbständige Abnahme von Prüfungen, Ausstellung von Zeugnissen. Die Anerkennung erfolgt in der Regel nach einigen Jahren, wenn sich die Schulaufsicht von der pädagogischen Qualität der Schule und ihrer Beständigkeit überzeugt hat. Sie ist nicht gekoppelt an die staatliche Finanzbeihilfe, die in der Regel (Ausnahme NRW) unabhängig davon ab dem vierten Jahr nach der Gründung einsetzt.
 
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Schulinitiativen

Initiativgruppen, welche die Gründung von christlichen Bekenntnisschulen anstreben, bietet der Förderverein für christliche Schulen e.V. Unterstützung an durch:

  • persönliche Beratung
  • Schulgründungsseminare
  • Vortragsdienste für Mitarbeiter, Gemeinden, Öffentlichkeit

Öffentlichkeitsarbeit von Schulen und Gemeinden

Für die Öffentlichkeits- und Elternarbeit von Schulen und Gemeinden werden Referenten für Vorträge u.a. zu den folgenden Themenbereichen vermittelt:

  • Warum christliche Schule
  • Bildung und Erziehung in ihrer heilsgeschichtlichen Bedeutung
  • Bibelorientierte Erziehung
  • praktische Kinder- und Jugendarbeit
  • Ehe und Familie
  • Bibel und Naturwissenschaft
  • Psychologie und Seelsorge
  • Umgang mit Medien
  • Wertewandel und Zeitkritik
  • Bibelauslegung

Schulinterne Fortbildung

Für christliche Schulen besteht die Möglichkeit, geschlossene Seminare für die schulinterne Fortbildung aus dem Themenbereich des Fortbildungsprogramms des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen zu buchen.